Eine Pflegeschule und drei Klinikpartner

Start der generalistischen Pflegeausbildung
Die Oberlin Beruflichen Schulen starten neuen Ausbildungsgang Pflegefachmann/-frau in Kooperation mit den Christlichen Kliniken Potsdam

Mit einem Willkommenssegen in der Oberlinkirche wurden am 01. Oktober die ersten 52 Schüler begrüßt, die eine generalistische Pflegeausbildung als Pflegefachmann bzw. Pflegefachfrau in den Oberlin Beruflichen Schulen starten. Der theoretische Unterricht der ersten beiden Klassen findet zunächst in bereits bestehenden Räumlichkeiten auf dem Campus in der Steinstraße 80-84 statt. Im nächsten Jahr wird ein Neubau auf dem Gelände weitere Unterrichtsräume bieten. Praxispartner sind die drei Kliniken im Verbund der Christlichen Kliniken Potsdams – die orthopädische Fachklinik Oberlinklinik, das St. Josefs-Krankenhaus sowie das Evangelische Zentrum für Altersmedizin. So lernen die Azubis ein breites Spektrum an unterschiedlichsten praktischen Einsatzbereichen kennen und absolvieren die theoretische und praktische Ausbildung in einer Stadt. 

„Mit der neuen Pflegeschule haben wir die Chance, den Fachkräftebedarf im Bereich Pflege und Betreuung auch innerhalb der Christlichen Kliniken Potsdams abzusichern. Zusätzlich soll die Pflegeschule auch für andere Träger in Potsdam und der umliegenden Region als Ausbildungspartner, je nach Kapazitätsverfügbarkeit, offenstehen“, erklärt Andreas Koch, Vorstand Strategie im Oberlinhaus und Geschäftsführer im Verbund der Christlichen Kliniken. „In Zeiten von Pflegenotstand und gerade jetzt mit der Pandemieerfahrung ist jede Pflegefachkraft wichtig. Mit unserem neuen Angebot tragen wir der stetig steigenden Zahl benötigter qualifizierter Fachkräfte Rechnung”, so Annett Wiesner, Leiterin der Oberlin Beruflichen Schulen. Mit Blick auf den demografischen Wandel begrüßt sie die Reform der Pflegeberufe: Die Ausbildungen in Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege wurden zum Januar 2020 in die dreijährige Ausbildung zum Pflegefachmann und zur Pflegefachfrau zusammengelegt. Die theoretische Ausbildung an der neuen Pflegeschule vermittelt Kompetenzen für die Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen und wird 2.100 Stunden in vier- bis sechswöchigen Blöcken umfassen. Dafür stehen vier Lehrkräfte zur Verfügung.

„Unser Pflegekabinett ist mit vier neuen Pflegebetten ausgestattet. Bei uns steht der handlungsorientierte Unterricht im Mittelpunkt, zum Beispiel werden typische Pflegesituationen in Gruppen geübt und reflektiert. Die Schulräume sind mit Medienboards ausgestattet und die Klassen sind bereits mit einer Schulcloud eingerichtet. Somit ist digitales Lernen und - falls erforderlich - auch Homeschooling möglich“, erklärt Annett Wiesner. Den praktischen Teil absolvieren die Azubis in den drei Potsdamer Partner-Krankenhäusern. Hier werden sie den Einsatz in stationären und ambulanten Tätigkeitsbereichen der Pflege kennenlernen und praktisch erproben. „Im Dezember 2020 schnuppern die Azubis bei ihrem ersten Praxiseinsatz erstmals in den Klinikalltag hinein und lernen die Abläufe in der Oberlinklinik, im St. Josefs-Krankenhaus und im Evangelischen Zentrum für Altersmedizin kennen“, sagt Oliver Pommerenke, weiterer Geschäftsführer der Christlichen Kliniken Potsdam mit Vorfreude auf die ersten Auszubildenden. 

Zum 1. Oktober 2021 sollen bereits 100 Schüler (erster und zweiter Jahrgang) beschult werden. Ziel sind 150 Pflegeschüler (drei Jahrgänge) zum 1. Oktober 2022 sowie 25 Pflegehelfer, die zusätzlich ab dem 1. April 2022 ausgebildet werden sollen. Dafür ist der Bau eines neuen Schulgebäudes in der Steinstraße geplant.


Bewerbungen für den nächsten Ausbildungsgang 2021/2022 können ab sofort hier eingereicht werden


 

Hintergrund:
Die bisher im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflegeausbildungen wurden in einem neuen Pflegeberufegesetz zusammengeführt. Ab 2020 gilt eine generalistische Pflegeausbildung. Hieraus ergaben sich in der Schullandschaft einschneidende Veränderungen. Die herkömmlichen Krankenpflege- und Altenpflegeschulen gibt es seit 2020 nicht mehr. Pflegeschulen müssen nach den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen des Pflegeberufegesetzes die künftigen Pflegenden für die Pflege von Menschen aller Altersstufen in präventiven, kurativen und palliativen Handlungssituationen qualifizieren. Somit bilden Pflegeschulen gleichermaßen für Krankenhäuser sowie zugelassene ambulante, teilstationäre und stationäre Pflegeeinrichtungen nach SGB XI aus.

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